Faktencheck · Nightlife · Wissen
„Bier auf Wein, das lass sein.“ „Ein Konterbier hilft.“ „Tanzen verbrennt 800 Kalorien.“ Sätze, die auf jeder Party irgendwann fallen. Wir haben zwölf Klassiker geprüft: kurz aufgelöst, sauber belegt, ohne erhobenen Zeigefinger.
Tippe auf eine Karte und dreh den Mythos um.
Manche Party-Weisheiten sind so alt, dass niemand mehr fragt, ob sie stimmen. Zeit, das nachzuholen. Für jeden Mythos haben wir eine seriöse Quelle verlinkt, von der BZgA bis zur Harvard Medical School. Vorne steht der Mythos, ein Tipp auf die Karte zeigt den Fakt.
Mythos 01
„Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich dir.“
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Fakt
Stimmt nichtDie Reihenfolge ist deinem Körper egal. Eine Studie der Universität Witten/Herdecke mit 90 Teilnehmenden fand keinen Unterschied beim Kater am nächsten Tag. Entscheidend ist die Gesamtmenge. Der Reim stammt wohl aus Zeiten, in denen Wein als feiner galt als Bier: Folklore, keine Biologie.
Quelle: Studie im American Journal of Clinical Nutrition (PubMed)
Mythos 02
„Ein Konterbier bringt dich am Morgen wieder auf die Beine.“
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Fakt
Stimmt nichtDas Konterbier verschiebt den Kater nur nach hinten und gibt der Leber noch mehr zu tun. Die BZgA rät klar davon ab. Was wirklich hilft: Wasser, Mineralstoffe, etwas Frisches zu essen und Zeit. Die schönste Version davon steht in unserem Guide für den Tag danach in Köln.
Quelle: BZgA, kenn-dein-limit.de
Mythos 03
„Kaffee und eine kalte Dusche machen dich wieder nüchtern.“
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Fakt
Stimmt nichtBeides macht höchstens wacher, nicht nüchterner. Der Promillewert bleibt gleich, denn die Leber baut Alkohol in ihrem eigenen Tempo ab und lässt sich nicht beschleunigen. Wach wirken und nüchtern sein sind zwei verschiedene Dinge, gerade wenn es um den Heimweg geht.
Quelle: BZgA, kenn-dein-limit.de
Mythos 04
„Durcheinander trinken macht schneller betrunken.“
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Fakt
JeinChemisch zählt nur, wie viel Alkohol insgesamt im Glas war. Aber: Wer viel mischt, verliert leichter den Überblick, und süße Drinks trinken sich schneller als gedacht. Das Gefühl täuscht also nicht ganz, es hat nur einen anderen Grund.
Quelle: BZgA, kenn-dein-limit.de
Mythos 05
„Alkohol wärmt von innen.“
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Fakt
Stimmt nichtGenau andersherum. Alkohol weitet die Blutgefäße, die Haut fühlt sich kurz warm an, während der Körper tatsächlich Wärme verliert. Für die Raucherpause im Winter und den Weg nach Hause ist die Jacke die deutlich bessere Idee.
Quelle: BZgA, kenn-dein-limit.de
Mythos 06
„Alkohol kann man einfach raustanzen.“
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Fakt
Stimmt nichtSchön wäre es. Über Schweiß und Atem verlässt nur ein kleiner Teil des Alkohols den Körper, den großen Rest übernimmt die Leber, Stunde für Stunde. Tanzen bleibt trotzdem die beste Entscheidung des Abends, nur eben aus anderen Gründen.
Quelle: BZgA, kenn-dein-limit.de
Mythos 07
„Gut gegessen, dann kann nichts passieren.“
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Fakt
Nur halb wahrEine ordentliche Mahlzeit verzögert die Aufnahme, der Alkohol kommt langsamer im Blut an. Er kommt aber vollständig an. Vorher gut zu essen ist eine kluge Idee, ein Freifahrtschein ist es nicht.
Quelle: BZgA, kenn-dein-limit.de
Mythos 08
„Ein Absacker hilft beim Einschlafen.“
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Fakt
Stimmt nichtEinschlafen geht mit Alkohol oft schneller, das stimmt. Aber die Schlafphasen geraten durcheinander, die zweite Nachthälfte wird unruhig und der Schlaf ist insgesamt weniger erholsam. Deshalb fühlt sich der Morgen danach oft zäher an, als die Nacht lang war.
Quelle: BZgA, kenn-dein-limit.de
Mythos 09
„Tanzen verbrennt 800 Kalorien pro Stunde.“
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Fakt
ÜbertriebenNach der Kalorientabelle der Harvard Medical School liegt flottes Tanzen je nach Körpergewicht eher bei 330 bis 500 Kalorien pro Stunde. Die 800 erreichst du höchstens, wenn du den ganzen Abend durchgehend Vollgas gibst. Die gute Nachricht: Auf der Tanzfläche zählt sowieso niemand mit.
Quelle: Harvard Health Publishing
Mythos 10
„Wer später kommt, erlebt nur noch die Reste des Abends.“
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Fakt
Stimmt nichtEine gute Nacht hat einen langen Bogen. Bei unseren Golden Flame Nächten füllt sich die Tanzfläche oft erst nach Mitternacht richtig, und die schönsten Momente passieren, wenn alle angekommen sind. Komm, wann es für dich passt: Der Abend gehört dir.
Quelle: Erfahrung aus vielen Golden Flame Nächten in Köln
Mythos 11
„Ohne Alkohol ist ein Partyabend nur halb so gut.“
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Fakt
Stimmt nichtDie Stimmung machen Musik, Menschen und der Moment. Alkoholfreie Drinks gehören heute an jede gute Bar und stehen bei uns ganz selbstverständlich auf der Karte. In unserem Guide für Sommer-Cocktails findest du Rezepte, die auch ohne Alkohol richtig gut schmecken.
Quelle: BZgA, alkoholfreie Cocktails
Mythos 12
„Wasser zwischendurch bringt doch eh nichts.“
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Fakt
Bringt es dochEin Glas Wasser zwischendurch gleicht Flüssigkeit aus, nimmt Tempo raus und der nächste Morgen sagt danke. Auch die BZgA empfiehlt es ausdrücklich. Mehr solcher entspannter Gewohnheiten stehen in unserem Guide für sicheres Ausgehen in Köln.
Quelle: BZgA, kenn-dein-limit.de
Alle Karten lassen sich auch per Tastatur umdrehen. Die Fakten sind bewusst kurz gehalten, die verlinkten Quellen erzählen jeweils die ganze Geschichte.
Die meisten Party-Mythen drehen sich um Abkürzungen: schneller nüchtern, schlauer trinken, den Kater überlisten. Die ehrliche Antwort ist fast immer dieselbe: Der Körper lässt sich nicht austricksen, und das muss er auch nicht. Ein gutes Tempo, Wasser zwischendurch und Menschen, mit denen du gerne da bist, schlagen jeden Trick. Der Rest ist Musik.
Fotos: Golden Flame Club-Nacht, Köln. Mehr Momente in der Galerie.
Nein. Eine Studie der Universität Witten/Herdecke aus dem Jahr 2019 fand keinen Unterschied: Der Kater am nächsten Tag hängt an der getrunkenen Gesamtmenge, nicht an der Reihenfolge der Getränke. Der alte Reim ist Folklore, keine Biologie.
Nein. Das Konterbier verschiebt den Kater nur nach hinten, weil die Leber zusätzlich zu tun bekommt. Die BZgA rät klar davon ab. Was wirklich hilft: Wasser, Mineralstoffe, etwas Frisches zu essen und vor allem Zeit.
Nein. Koffein macht höchstens wacher, der Promillewert bleibt gleich. Die Leber baut Alkohol in ihrem eigenen Tempo ab und lässt sich weder von Kaffee noch von einer kalten Dusche beschleunigen.
Je nach Tempo und Körpergewicht grob 330 bis 500 Kalorien pro Stunde, sagt eine Übersicht der Harvard Medical School. Die oft zitierten 800 pro Stunde sind eher ein sehr sportlicher Ausnahmefall.
Die Tanzfläche ist der einzige Ort, an dem sich all das prüfen lässt. Schau, wann die nächste Golden Flame Nacht in Köln ansteht, und sei dabei.